Montag, 20. März 2017
Ein Jahr ist vergangen...
So, ein Jahr ist vorbei, mir geht es gut. Im Oktober habe ich mein Studium Geoökologie in Tübingen angefangen, was mir sehr gut gefällt, aber ziemlich zeitaufwändig ist, weshalb mein Plan, den Blog weiterzuführen, leider nicht aufgegangen ist. Vielleicht kommt das ja noch mit der Zeit.

Ein Jahr nach meiner Rückkunft aus Peru muss ich noch immer ziemlich viel an die tollen Erfahrungen, die ich machen durfte, und vor allem an meine Freunde dort denken. Der Kontakt hat sich zwar auf eine Handvoll beschränkt, aber das sind die, die bleiben. Vor allem jetzt, da ich den peruanischen Abend plane, kommen viele Erinnerungen wieder hoch. Ich träume von Peru und schwanke zwischen Heimweh und Glücklichsein über all die tollen Momente dort.

Ich weiß nicht, ob ich mich in Peru besonders verändert habe, aber man bemerkt zum Beispiel, dass ich Vegetarierin geworden bin oder meistens ungeschminkt und in Alpakawolle-Pulli durch die Gegend laufe. Außerdem habe ich bemerkt, wie offen ich anderen Menschen gegenübertrete, wobei ich nicht weiß, ob das schon immer so war und ich es einfach nicht bemerkt habe. Selbstständiger bin ich natürlich auch geworden, was aber glaube ich normal ist, wenn man dann mal auszieht.

Ich erzähle immer noch viel von Peru, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob ich meine Mitmenschen nicht damit nerve. Aber das war eben ein sehr prägendes Erlebnis für mich und hat einen großen Teil der nun so spannend gewordenen Zeit nach dem Abitur eingenommen!

Peru hat sicherlich zu meiner Studienfachwahl beigetragen, aber zum Beispiel engagiere ich mich auch seit Studienbeginn in einer Hochschulgruppe und besuche von Zeit zu Zeit Veranstaltungen, die in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltpolitik gehen, aber auch Entwicklungspolitik. Dadurch merke ich, dass Peru dazu beigetragen hat, meine Interessen zu fokussieren und wirklich zu bemerken, was mir wichtig ist. Tübingen ist da genau die richtige Stadt, um dem nachzugehen. Hier gibt es alles! Schön finde ich auch, dass ich hier schon einige getroffen habe, die auch einen Freiwilligendienst mit „weltwärts“ gemacht haben. Es ist schön, sich mit anderen darüber auszutauschen, auch wie es ihnen jetzt damit geht und was sie aus diesem Jahr mitgenommen haben.

Das Jahr in Peru hat auch stark meine Reiselust angefacht und ich fiebere schon auf mein Auslandssemester hin, das ich in ein eineinhalb Jahren machen darf. Vielleicht sogar in Kolumbien, wer weiß? Für meine Spanischkenntnisse wäre das gar keine so schlechte Idee, da diese wirklich langsam deutlich schlechter geworden sind.

Das Projekt, das der andere Freiwillige Jan und ich in Chiclayo gegründet haben, gibt es übrigens immer noch. Es kümmert sich eine Peruanerin darum, dass die Englischklassen fortgeführt werden und dass immer wieder neue Freiwillige, wenn auch nur für kurze Zeit, dort unterrichten und den Kindern ein wenig von ihrer Welt mitgeben können. Derweil ist Jan damit beschäftigt, endlich die Vereinsgründung in Peru abzuschließen, sodass hier in Deutschland dann weitergemacht werden kann und man vielleicht auch von hier aus Freiwillige nach Chiclayo schicken kann.

So, das war‘s erst mal wieder von mir. Hoffentlich sehe ich einige von euch auf dem peruanischen Abend? Die Vorbereitungen dafür laufen!

Liebste Grüße,
Sina

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Sonntag, 10. April 2016
Nachbereitungsseminar
So, das Nachbereitungsseminar ist vorbei. Jetzt fehlen nur noch die letzten 10 Tage in meinem Tagebuch und ein 5-seitiger Abschlussbericht über mein komplettes Jahr in Peru, den jeder Teilnehmer für das Programm „weltwärts“, mit dem wir weg waren, schreiben soll. Dann ist es vorbei. Nur die Erinnerungen werden bleiben. Und ein Zuhause, in das ich immer wieder zurück kommen kann.

Das dachte ich mir auf der Heimfahrt von Hannoversch Münden, wo unsere 6-tägige Nachbereitung stattfand. Das Thema war Rückblick – Augenblick – Ausblick. Wir reflektierten viel und sprachen über schöne wie auch schlechte Erlebnisse, wurden durch verschiedene Fragen sehr zum Nachdenken angeregt und diskutierten darüber, wo wir uns nun in Deutschland engagieren können. Wir bekamen außerdem eine Teamer-Schulung, mit der wir jetzt kleine AFS - Seminare leiten dürfen. Wir sprachen auch viel über die Rückkehr nach Deutschland und wie jeder so damit umging. Es tat gut mit Menschen zu sprechen, die auch ein Jahr in Ländern Lateinamerikas verbracht und deswegen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich könnte jeden zweiten Satz mit „Also in Peru...“ anfangen, aber hier in Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass einige Menschen um mich herum mich nicht verstehen, wenn ich von besonderen Erlebnissen in Peru erzähle, oder es sich einfach nicht vorstellen können.
Wie ihr bestimmt gemerkt habt, ist das alles noch immer sehr präsent. Ich habe viel Kontakt mit meinen peruanischen Freunden und denke viel über meine Erlebnisse in diesem letzten Jahr nach. Das ist schön. Doch der Alltag holt jeden früher oder später wieder ein und so fühlt sich das alles langsam wie ein Traum an. Ein wunderbarer Traum, aus dem ich viel gelernt habe und der mir hoffentlich ein Stückchen die Augen geöffnet hat. Aber nicht nur ich durfte lernen, sondern auch ihr. Durch meine Blogberichte, Skype, E-Mails, Facebook usw. konnte ich euch hoffentlich Peru und die Menschen dort ein klein wenig näher bringen. Ich möchte zusätzlich gerne einen peruanischen Abend hier in Deutschland veranstalten mit peruanischer Küche, Musik, Tanz und vielen Bildern. Näheres dazu gebe ich euch über E-mail Bescheid.

Und keine Angst, das war nicht der letzte Blogbericht, immer noch fehlt einiges, das ich euch gerne berichten würde.

Also dann bis ganz bald,
eure Sina

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Freitag, 1. April 2016
Rückkehr
Hallo zusammen!

So, ich bin wieder da. Puh. Schwer, das aufzuschreiben, weil dann steht es nun wohl endgültig fest. Vielleicht habe ich mich deshalb schon so lange nicht mehr gemeldet. Das tut mir leid. Ich wollte es vor mich her schieben, so wie ich das auch gerne mit dem Abschied von meiner peruanischen Familie und meinen Freunden dort gemacht hätte. Aber alles hat ein Ende. So musste auch ich am 3. März 2016 mein geliebtes Peru verlassen. Um mir den Abschied noch schlimmer zu machen, hat mich Lima mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschiedet. Und als das Flugzeug dann abhob, saßen Jan und ich weinend in unseren Sitzen und ließen alles Revue passieren: unsere Ankunft vor exakt 365 Tagen in dem Land, das wir beide so unglaublich zu lieben gelernt haben, das erste Treffen mit unseren Gastfamilien, über unsere verschiedenen Projekte, aber auch lustige Aktionen oder typische Verhaltensweisen der Peruaner. Es gibt so viel zu erzählen!

Meine siebenwöchige Reise am Schluss meines einjährigen Aufenthaltes war das Beste, was ich machen konnte. So konnte ich mich schon vor meiner Rückreise langsam mit dem Gedanken abfinden, dass es bald wieder zurück in die Heimat geht, und mich von meinen mir sehr lieb gewonnenen Peruanern dort entfernen. Die letzten fünf Tage habe ich aber noch einmal mit ihnen allen verbracht und die Zeit gehörig ausgenutzt. Surfen waren wir viel, tanzen, auf dem Markt lecker Früchte einkaufen, ein letztes Mal Jogurt essen, aber auch packen gehörte dazu. Ich habe diese Tage genossen. Ich war so glücklich dort.

Natürlich ist es wunderschön hier in Deutschland wieder meine Familie und Freunde zu sehen und endlich wieder in die Arme schließen zu können. Aber Peru habe ich gleich von Anfang an furchtbar vermisst. Es ist nicht leicht nach einem Jahr wieder nach Hause zu kommen und festzustellen, dass der Alltag weiter geht und es bald ans Eingemachte geht. Das Studium steht bevor! Es fängt zwar erst im Oktober an, aber davor muss man sich um Bewerbung, evtl. Stipendien, Wohnung und vor allem Geld kümmern... Zwei Wochen nach meiner Ankunft habe ich wieder angefangen als Hochseil-Guide im Sportmarkt Füssen zu arbeiten, wo ich auch vor Peru schon öfter tätig war. Das macht erstens einfach Spaß und lenkt mich zweitens ab. Schon mal von Kulturschock gehört? Ja, genau der gibt mir manchmal zu schaffen. Schwer zu erklären, wie sich das anfühlt. Aber es kann sich in Weinen, schlechter Laune, viel Nichtstun oder auch so auswirken, dass ich zum Beispiel staunend in einem Supermarkt stehe und beobachte, wie schnell die Mitarbeiter an der Kasse die verschiedenen Gegenstände über die Kasse ziehen, oder faszinierend von den fünf Regalen mit Schokolade und den 30 Sorten Bier Fotos mache, um diese an meine peruanischen Freunde zu schicken. Völlig baff war ich auch, als heißes Wasser aus der Leitung kam, während ich Geschirr abspülte... Das sind Sachen, die ich vollkommen vergessen hatte. Wahnsinn wie schnell das geht, oder?
So passiert das aber auch mit einer Sprache. In diesem einen Monat in Deutschland haben meine Spanisch Kenntnisse schnell abgenommen. „Du hörst dich schon wieder wie ein Ausländer an!“, musste ich mir von den Peruanern anhören. Deprimierend, aber nun gut, so ist das nun mal. Ich werde schon noch irgendjemand finden, der mit mir übt.

Heute geht es los auf das Nachbereitungsseminar, in dem wir das ganze Auslandsjahr noch einmal reflektieren werden und Gedankenanstöße bekommen, wo man sich in Zukunft auch noch in Deutschland freiwillig betätigen könnte. Bestimmt machen wir dort noch eine Menge mehr, aber das im nächsten Blogbericht.

Ich hoffe, ihr hattet wunderschöne Ostern,
eure Sina

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Dienstag, 5. Januar 2016
Weihnachten, Neujahr und sonstiges
Hallo alle zusammen! Da bin ich wieder.
Mein letzter Bericht ist schon wieder viel zu lang her. Die Zeit vergeht einfach wie im Flug!

In den letzten sechs Wochen hatte ich weiterhin Marinera- und Salsa – Tanzstunden. Das klappt inzwischen schon echt gut. Ich freue mich sehr, euch etwas vortanzen und so einen wichtigen Teil der peruanischen Kultur vor Augen bringen zu können.
Surfen gehe ich natürlich auch noch, nur inzwischen schon ohne Surflehrer. So durfte ich letztens auch mit auf ein Wochenend – Surf – Ausflug nach Chicama, wo es die längste links-gezogene Welle der Welt gibt ;) Bei mir hat es nicht so sonderlich gut geklappt, muss ich zugeben, aber ich konnte trotzdem viel lernen, indem ich, auf meinem Surfbrett liegend und „so-tuend-als-ob-ich's-auch-so-drauf-hätte-wie-die-anderen-alle', meinen Freunden zusah. Letztendlich kann ich euch zwei Sachen sagen: Warum zum Teufel ist die Strömung immer da am stärksten, wo ich mich befinde? Und: Sieht echt einfacher aus, als es ist!

Anfang Dezember haben die Schulferien begonnen. Das bedeutet, dass ich mich von meinen Schülerinnen und all den Menschen aus meinem Projekt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, verabschieden musste. Es sind viele Tränen geflossen und kleine Geschenke ausgetauscht worden. Die letzten Worte einer meiner Schülerinnen haben mich aber dann doch zum Lachen gebracht: „Ich hätte immer gedacht, Deutsche sind schreckliche Menschen, wie die Nazis. Aber dann bist du aufgetaucht und hast mir das Gegenteil gezeigt.“, hat sie gesagt. Na das freut mich doch!

So habe ich zwar Ferien, bin aber trotzdem immer unterwegs; mit Freunden, Familie oder alleine, um irgendwelche Sachen im Zentrum zu erledigen. Außerdem haben der andere deutsche Freiwillige Jan, mit dem ich zusammen nach Chiclayo gekommen bin, und ich ein neues Projekt gegründet, in dem ich auch viel beschäftigt bin. Aber dazu erkläre ich euch genaueres, wenn ich wieder zurück in Deutschland bin.
Wir waren auch zum Beispiel auf drei Abschlussbällen; dem der Schülerinnen, die ich unterrichtet habe und die anderen zwei waren von unseren Gastgeschwistern. Waren schöne Abende mit gutem Essen und viel Tanz :)



Außerdem ging es im Dezember dann auch bei uns langsam aber sicher auf Weihnachten zu. Antonia und ich haben also am ersten Advent versucht wenigstens ein bisschen Stimmung in das sehr heiße Chiclayo zu bringen, indem wir Plätzchen buken und Weihnachtslieder anhörten. Außerdem haben wir 4 Kerzen gekauft, die den Adventskranz darstellen sollte; dieser wurde aber die nächsten drei Adventssonntage leider auf dem Schrank vergessen...



Weihnachtlich wurde es dann, als die 'Chocolatadas' (Weihnachtsfeiern) anfingen; von jedem meiner Projekte eine. So hatten wir gefühlt eine Woche jeden Tag eine andere Veranstaltung, in dem wir uns vollessen und lecker heiße Schokolade schlürfen durften.
Doch das Augenmerk bei solchen Chocolatadas liegt darauf, mit den Kindern, deren Eltern es sich sonst vielleicht nicht leisten könnten, eine Art Bescherung zu veranstalten. Man spielt, lacht und tanzt, danach werden Paneton, Schokolade und andere Leckereien verteilt und letztendlich bekommt jeder der Kinder ein Geschenk.




Letztere wurden in den Wochen davor fleißig von den Freiwilligen durch Spenden organisiert. In der Chocolatada der Freiwilligengruppe „Dos Sonrisas“ haben wir sogar ein Krippenspiel aufgeführt. Das hat Spaß gemacht!

An Heiligabend selbst war ich ein wenig traurig, als mir meine Eltern ein Foto ihrer Bescherung in Deutschland geschickt haben. Hier war es heiß, es gab weder Glühwein noch Plätzchen (die haben wir nämlich in den ersten drei Tagen schon aufgefuttert), aber das Schlimmste war die Tatsache, dass wir nicht einmal einen Christbaum hatten. Diesen sind wir letztendlich doch noch kaufen gegangen, weil meine Gastmama es nicht ertragen hat, mich weinen tu sehen. So hatten wir dann wenigstens einen Plastikbaum mit einer bunten Lichterkette, die eine schreckliche Melodie von sich gab. Aber besser als nichts, stimmt's?
Um Mitternacht wurde dann Truthahn und Schwein aufgetischt mit Arroz Árrabe (Reis gemischt mit frittierten Spaghetti) und Kichererbsen-Pfanne. Lecker! Als Nachtisch gab es das berühmte Paneton, eine Art Stollen, der hier in der Weihnachtszeit sehr geliebt wird von den Peruanern.



Neujahr war dem Weihnachtsfest ziemlich ähnlich. Um Mitternacht wurde im Kreis der Familie angestoßen und alle wünschten sich gegenseitig ein Frohes Neues Jahr. Dann wurde Ente und die gleiche(n) Beilagen und Nachspeise aufgetischt.
Danach ging es noch zu Freunden zum Tanzen.
Das neue Jahr wird von vielen hier mit einem dicken Rausch begonnen. Das habe ich ja noch nie verstanden, wenn ich ehrlich bin. In Deutschland ist das ja leider auch nicht anders. Aber wenigstens findet man dort am ersten Januar keine schlafenden Betrunkenen mitten auf dem Gehsteig...

Auch an meinem Geburtstag haben wir schön gefeiert: Reingefeiert wurde mit einer meiner Lieblingsbeschäftigungen hier, einem Lagerfeuer am Strand! Denn was gibt es schöneres als unter einem wunderbaren Sternenhimmel, auf weichem Sandstrand, der Wärme eines Lagerfeuers an den kalten Füßen und mit deinen Freunden um dich herum zu tanzen, zu lachen, zu singen oder einfach nur dazuliegen und dem Rauschen des Meeres im Hintergrund zuzuhören. Da scheinen alle Probleme plötzlich ganz fern...
Um pünktlich zwölf Uhr nachts bekam ich dann viele rohe Eier auf den Kopf, so wie sich das nach dem Brauch hier gehört. Also habe ich mir dann erst mal ein Mitternachtsbad im Meer gegönnt.
Gott sei Dank hatten sie mir wenigstens keine Torte gekauft, die sonst nämlich in meinem Gesicht gelandet wäre...
An meinem Geburtstag selber sind wir an den Strand gefahren, haben Ceviche gegessen und uns gesonnt.



Abends ging es dann noch tanzen, um das Ganze noch perfekt zu machen :) Danke an dieser Stelle an die Leute, die an mich gedacht und mir gratuliert oder hier mit mir gefeiert haben. Muchas gracias!!!

So, jetzt seid ihr mal wieder auf dem groben Stand der Dinge. In den nächsten Tagen geht’s dann los mit reisen. Ich freue mich schon richtig!

Ich hoffe, es geht allen gut und ihr hattet einen super Start ins neue Jahr.
Bis ganz bald,
Sina

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Dienstag, 17. November 2015
Veränderungen...
Ich für meinen Teil mache mir viele Gedanken über meine Zukunft und was ich mit dem einen, wundervollen Leben so anstellen möchte. Ich habe das Gefühl, dass ich hier endlich die Zeit hatte mich zu ordnen. So sind mir einige neue Dinge an mir aufgefallen:
Ich habe Lust meine alte Schullektüre „Schöne, neue Welt“ von Aldous Huxly, einem der einflussreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts, noch einmal anzufangen und diesmal nicht nur halb zu lesen. Auch habe ich mir das eBook „Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser“ heruntergeladen. (Ich brauchte etwas, in dem mir kurz und bündig alles in leichter Sprache erklärt wird, denn sonst hätte ich bestimmt gleich wieder aufgegeben.)
Zur Erklärung für die Leute, die mich nicht kennen: Ich wusste in der 9. Klasse nicht einmal, dass es zwei Weltkriege gab, also kann sich, glaube ich, jeder das Ausmaß meines Interesses an Geschichte oder auch an allem, was mit Politik oder Sozialkunde zu tun hat, vorstellen.
Doch das ändert sich jetzt. Ein gewisses Maß an Allgemeinwissen sollte jeder besitzen, nur muss man dafür etwas tun.
Plötzlich interessiere ich mich für die Nachrichten aller Welt. Mir ist klar geworden, wie wichtig es ist, nicht blind durch die Welt zu laufen und zu glauben, alles wäre gut. Denn das ist es nicht.
Vor allem das Müllproblem und die Tatsache, dass vielen Menschen hier die Erde, die ihnen Leben schenkt, scheinbar völlig egal zu sein scheint, hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, Umweltnaturwissenschaften studieren zu wollen.
Es gibt viele Menschen, die sagen: „Was soll ich denn als einzelner Mensch helfen können?“. Ich aber glaube, das jeder einen winzigen Teil dazu beitragen kann, diese Welt ein klein bisschen besser zu machen. Man sollte es nur versuchen! Wege entstehen dadurch, dass man sie geht!

Jeder verändert sich in so einem Auslandsjahr. Wo oder was man macht, ist dabei nicht entscheidend. Man wird selbstständiger und toleranter verschiedenen Einstellungen und Gewohnheiten gegenüber und lernt sich selbst besser kennen. Auch wird man sich plötzlich über Dinge bewusst, die einem vorher nie aufgefallen sind, weil sie immer da waren. Oder man bemerkt wie wichtig einem Familie und Freunde wirklich sind. Zum Beispiel hatte ich noch nie im Leben Heimweh. Wenn man aber 8 Monate auf der anderen Seite der Welt getrennt von all seinen Lieben verbringt, sieht das ganz anders aus. Dennoch würde ich es aber auf keinem Fall als ein unangenehmes oder schlimmes Gefühl bezeichnen, sondern als eines, das dir zeigt, wie du jeden einzelnen für seinen besonderen und einzigartigen Charakter liebst und unglaublich schätzt.

Ich habe gegenüber meinem Papa einmal beim Skypen erwähnt, dass ich nicht mehr zusammen mit meiner Familie leben möchte, wenn ich im März wieder nach Hause zurückkehre. Er hat das natürlich wörtlich genommen und es völlig entsetzt allen Leuten erzählt, die er getroffen hat. Ich meinte damit aber, dass ich endlich mein Leben in die Hand nehmen und zu studieren anfangen möchte. Dafür werde ich aber wohl oder übel umziehen müssen, lieber Papa!
Und wie Mama richtig bemerkte, einige Tage bevor ich nach Peru aufbrach, wird nach diesem einen Jahr ein neuer Lebensabschnitt beginnen, allein, weil ich selbstständiger und mit einer Menge neuer Erfahrungen im Gepäck, die mir keiner mehr nehmen kann, zurückkehren werde. Und darauf freue ich mich!

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Freitag, 13. November 2015
Die letzten Monate sind angebrochen
Die letzten 12 Wochen sind schnell vergangen! Es ist so viel passiert, dass dieser Blog leider darunter leiden musste, tut mir leid... Ich habe sehr viel zu erzählen!

Ich habe inzwischen jede Woche Surf – Stunden (das macht so unglaublich viel Spaß, kommt aber leider nicht ran ans Snowboarden ;)!),



bin stolzer Besitzer einer Anden- und Panflöte, in denen mich ein Freund von mir unterrichtet, habe zweimal in der Woche Marinera – Stunden und auch endlich einen Salsa-Kurs. Außerdem durfte ich dank meiner Sportbandage, die in einem Paket mit vielen Süßigkeiten und einigen anderen Überraschungen endlich hier in Peru angekommen ist, endlich wieder mit Volleyball beginnen!
Mit der Gruppe „Dos Sonrisas“ gehen wir immer noch jeden Samstag Nachmittag in ein Krankenhaus, um den Patienten dort ein oder zwei Lächeln zu entlocken. Jeden Donnerstag treffen wir uns, um das Thema für den folgenden Samstag zu besprechen. So üben wir Tänze ein, schreiben Sketche, basteln kleine Geschenke für die Kranken, nähen Handpuppen für ein kleines Theater oder bemalen unsere eigenen Kostüme. Und dabei haben wir eine Menge Spaß, singen, machen Musik, lachen und reden bis in die Nacht hinein. Das sind die Freunde, die mir das erste halbe Jahr in Peru gefehlt hatten.



Den Samstag Vormittag bin ich in der Schule, um zu unterrichten, denn die Schulferien enden dieses Jahr außerplanmäßig schon Ende November (normalerweise erst kurz vor Weihnachten), sodass die Tage, die verlorengehen würden, seit September in allen nationalen Schulen Samstags abgearbeitet werden. Der Grund nennt sich El Niño“, ein Phänomen, das nur alle paar Jahre in der Zeit um Weihnachten herum auftritt und uns hier an der Küste Perus starke Regenfälle bis hin zu Tsunamis bescheren kann. Dieses Jahr soll es den stärksten „El Niño“ seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen geben. Dadurch, dass sie hier in vielen Städten aber keine Straßenabläufe besitzen, durch die das Regenwasser in die Abwasserkanäle ablaufen könnte, wird das Wasser ansteigen und in die Gebäude laufen. Und keiner möchte Unterricht in einem Schwimmbad machen, stimmt's? Also machen die Peruaner lieber sechs Tage Unterricht die Woche, als einmal ein anständiges Kanalsystem zu bauen, das dann auch die Schäden der nächsten „El Niños“s verringern würde...

Immer mal wieder lehrt mich meine Gastmama die Zubereitung eine der vielen berühmten traditionellen Gerichte Perus. Zu Geburtstagen wird zusammen gekocht und die leckersten Speisen werden aufgetischt: Papa a la Huancaína (gekochte Kartoffeln mit einer gelben, scharfen Soße und gekochtem Ei), Arroz Árabe (Reis vermischt mit frittierten Spaghetti – Nudeln), Arroz con Pato (grüner Reis mit Ente), Lomo Saltado (zusammen angebratene Fleischstückchen, Tomaten, Zwiebeln und Pommes), Ceviche („Salat“ aus rohem Fisch und Limone) und vieles mehr. Doch da ich immer noch Vegetarier bin, kann ich das meiste leider nicht essen. Naja, probiert habe ich es wenigstens alles schon einmal. Nur bei dem Ceviche bin ich inzwischen ab und zu schwach geworden, muss ich zugeben...
Auch Antonia und ich kochen mindestens einmal in der Woche, um den interkulturellen Austausch perfekt zu machen. Außerdem fehlt es gerade ziemlich an Geld in meiner Gastfamilie, weil mein Gastpapa ausgezogen ist und er aus Trotz beschlossen hat, kein Essen mehr zu bringen, um das er sich sonst immer gekümmert hatte. Dafür ist die Atmosphäre hier in der Familie um einiges angenehmer, denn es gab immer wieder Probleme mit ihm, der Mama und ihren Kindern und haufenweise Streitereien, weshalb es jetzt wahrscheinlich besser so ist.
So kratzen wir alles zusammen, was wir an Essbaren zuhause haben. Viel ist es nicht, denn hier gibt es keine Speisekammern, aber genügend. So wirken wir vielleicht auch der Ameisen-Invasion entgegen, die sich gerade überall in der Küche bemerkbar macht. Denn wenn es nichts mehr gibt, hören sie vielleicht auf überall durch die Gegend zu schnüffeln...

Krank war ich auch viel in letzter Zeit, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich diesen Stress nicht mehr gewohnt bin (oder vielleicht auch, weil wir uns öfter mal einen Hamburger von einem der Straßenbuden holen, in denen die Hygiene nicht sooo hoch geschätzt wird, man aber leider auch nicht von mehr auf sie verzichten kann, wenn man einmal damit angefangen hat... So lecker! Und ja, das geht auch vegetarisch mit Spiegelei statt Fleisch ;))
Aber ich habe mir nach 6 Monaten gesagt: „Nix mehr mit diesem „Rumgeliege“, Sina! Denn jetzt hat das letzte halbe Jahr angefangen. Du willst es doch genießen und voll ausnützen. Dann mal los! Du hast noch so viel vor!“
Nicht, dass ihr mich falsch versteht. Das mit dem „Nicht-viel-machen“ das erste halbe Jahr habe ich auch gebraucht, glaube ich. Ich habe mich sehr viel Zeit mit mir selbst und meiner Zukunft beschäftigt und viel mit meiner Gastschwester unternommen. Das würde ich im Nachhinein nicht anders machen. Doch nach meinem Mid-Stay-Camp, das genau nach 6 sechs Monaten in Lima stattfand, wollte ich mit dem beginnen, was ich mir vorgenommen hatte, was aber wegen den anfänglichen Sprachschwierigkeiten zu kompliziert gewesen war die erste Zeit. Nach ca. fünf Monaten hatte es dann endlich „Klack“ gemacht und ich konnte mich bestens mit meinen peruanischen Mitmenschen unterhalten. Das hat natürlich alles viel einfacher gemacht. (Seitdem das meine Schülerinnen herausgefunden haben, meinen sie nur noch auf Spanisch mit mir sprechen zu müssen und vergessen dabei völlig ihr Englisch; das ist vielleicht der einzige Nachtteil des Ganzen.) Aber seitdem das mit dem Spanisch Sprechen so gut läuft geht es mir hier NOCH viel besser. Ich bin glücklich!

Auf dem 5-tägigen Mid-Stay-Camp in Lima haben wir hauptsächlich unsere Projekte noch einmal genauer erläutert, das Verhältnis zu unserer Gastfamilie aufgezeigt und über die Lösung eventueller Probleme diskutiert. Wir versuchten unsere Rolle in Projekt und Freiwilligendienst zeichnerisch und pantomimisch darzustellen. Auch ging es darum, wie wir uns in diesem halben Jahr verändert haben und inwiefern Anpassung stattgefunden hat. Und das natürlich nun alles in Spanisch!
Zum Schluss mussten wir noch eine Liste mit Plänen und Vorhaben jeglicher Art (neue Ideen in seinem Projekt, Unternehmungen mit der Gastfamilie, Kochstunden usw.) und deren Durchführung für das restliche halbe Jahr verfassen.



Es war wirklich interessant den Erfahrungen und Erzählungen der anderen zuzuhören. Wir haben einiges dazu gelernt und neue Sichtweisen und Herangehensweisen vor Augen gelegt bekommen. Im Prinzip ist es uns aber so vorgekommen, als hätten wir mehr gegessen, als gearbeitet, aber das kannten wir ja schon. So sind die Peruaner nun mal.

Direkt nach dem Seminar bin ich dann auf die Hochzeit einer Cousine meiner Gastschwester gefahren. Absoluter Traum, sag ich da nur! Strand, Sonnenuntergang, Freunde, Familie und italienisches Essen!!!
Dort habe ich mal wieder festgestellt, dass die Peruaner ganz schön auf Kitsch stehen. Außerdem feiern sie so richtig, wenn sie mal dabei sind. Und das bis in die Morgenstunden hinein, obwohl das Ganze schon nachmittags anfing... Gefällt mir, hier bleibe ich ;)

Aber da ich euch alle schon ein bisschen vermisse, muss ich zugeben, und weil ich außerdem doch einmal zu studieren anfangen sollte, werde ich nach genau einem Jahr im März 2016 wieder nach Hause zurückkehren. Flug ist schon gebucht!
In Chiclayo werde ich nur noch bis zum Jahreswechsel bleiben. Danach heißt es: Reisen und das Land entdecken, in das ich mich innerhalb dieser acht Monate so verliebt habe.
Natürlich war ich auch vorher schon ein paar mal unterwegs (worüber ich auch noch einen Blogeinträge veröffentlichen werde, versprochen), aber ich wollte mein Freiwilligendienst und das Reisen so gut wie möglich trennen, da ich das Gefühl habe, dass das zwei sehr verschiedene Dinge sind und man aus beiden Unterschiedliches lernen und mitnehmen kann. Und da ab Dezember die Sommerferien beginnen und so das Schuljahr und auch meine Freiwilligendienst endet, habe ich genügend Zeit meine zweimonatige Reise vorzubereiten und den letzten Monat mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden zu verbringen. Vor allem an Weihnachten und Neujahr in Chiclayo zu sein, war mir wichtig, da ich so noch einmal neue Traditionen und Bräuche kennenlernen werde. Außerdem muss ich doch Weihnachten am Strand feiern, wenn ich schon keinen Schnee habe!

Liebste Grüße von der sehr beschäftigten Sina

PS: Ich habe mein erstes Erdbeben miterlebt! War (Gracias a Dios) nur ein kleines, aber trotzdem! Komisch, wenn sich plötzlich der Boden unter seinen Füßen bewegt...

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Freitag, 21. August 2015
Lächeln ist die schönste Sprache der Welt
Letzten Samstag habe ich das erste mal bei einer Aktion der „Dos Sonrisas“ (= Zwei Lächeln) teilgenommen. Dies ist eine Gruppe Freiwilliger von ca. 25 Peruanern, die einmal in der Woche hier in Chiclayo ein Krankenhaus besuchen. Sie versuchen die Kranken aller Altersstufen durch Sketche, Musik, aber auch durch kleine Vorträge und Diskussionen über bestimmte Themen, zu unterhalten, sie ein bisschen aufzumuntern und ihnen Kraft bzw. Hoffnung zu geben.

Ihr Motto ist dieses: „Sonreír con personas que no conoces pero que lo necesitan mucho es maravilloso.“ (= Lachen mit Personen, die du nicht kennst, aber die genau dies brauchen, ist wunderbar.).



Jeden Donnerstag treffen sie sich nachmittags, um ihr nächstes Programm zu planen und vorzubereiten. Da am Samstag „Tag des Kindes“ war, wurde vor allem darauf wert gelegt die Unterhaltung der Kinder in den Vordergrund zu stellen. So waren wir in der Station mit den an Leukämie erkrankten Kindern und in der Kinderchirurgie und haben dort durch Clown- und Zaubervorstellungen, Puppentheater und kurze Sketche alle ein wenig auf andere Gedanken gebracht.




Für mich war dieser Nachmittag eine große Erfahrung. Es ist nicht einfach schwer erkrankte Menschen zu sehen und gleichzeitig zu versuchen fröhlich zu sein und ihnen Hoffnung und Kraft zu geben. Doch manchmal müssen Menschen einfach immer wieder daran erinnert werden, dass schon ein kleines Lächeln Wunder wirken kann.

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Montag, 17. August 2015
Die letzten Monate
Nach dem Unfall beim Volleyballspielen, bei dem ich mir mehrere Bänder ziemlich böse überdehnt hatte, lief erst einmal gar nichts mehr. Ich hatte mein erstes richtiges, emotionales „Loch“. Denn da ich wegen meinem verletzten Fuß eine Woche ans Bett gefesselt war, wurde mir ziemlich langweilig. (Das einzig Gute, während dieser Zeit, waren die Massagen und liebevoll zubereiteten Obstteller meiner allerliebsten Gastgeschwister) Zudem lief mein Projekt nicht sonderlich gut, da ich sehr einfallslos war und einige meiner Schülerinnen aus den Gruppen ausgetreten sind, weil ich ihnen für ihren Geschmack zu schlechte Noten gegeben hatte. Da stutzt man schon ein bisschen und zweifelt an seinen Fähigkeiten, was nicht gerade Motivation bringt, kann ich euch sagen...
Ich begann aber dann eine Physiotherapie, die unglaublich hilfreich war. Am Anfang waren eigentlich nur 4 Sitzungen vorgesehen, aber es war dann wohl doch etwas schlimmer als gedacht, da meine Therapeutin eine leichte Verrenkung meines Sprunggelenkes festgestellte, die im Krankenhaus komischerweise mithilfe eines Röntgenbildes nicht bemerkt wurde... (Seit dem traue ich den Peruaner nicht mehr sonderlich, wenn es um Aussagen um meine Gesundheit und Angebote verschiedener Medikamente geht.) 'Bezahlt' habe ich die Physiotherapie übrigens durch Englischnachhilfestunden für den Sohn meiner Therapeutin. Das ist doch was!
So war also erst nach 6 Wochen (je 3 Sitzungen) mein Fuß wieder heile und ich konnte endlich schmerzfrei laufen. Trotzdem wurde nichts aus Sport machen. Denn gleich darauf bin ich ziemlich stark krank geworden und durfte deshalb das Krankenhaus zum dritten mal von innen gesehen. Gott sei Dank konnte alles durch Tabletten und andere Medikamente behoben werden, sodass ich nach ein paar Stunden auch schon wieder draußen war.

Aber der Nachhilfeunterricht bei der Physiotherapeutin ist nicht der einzige: Einer Lehrerin meiner Schule helfe ich, da sie gerade erst in einem Institut begonnen hat Englisch zu lernen, und auf keine Fall durch diese Prüfung Ende dieses Monats fallen darf. (Fragt mich nicht wieso, denn alles verstehe ich auf Spanisch wirklich noch nicht :D.) Ich war am Anfang ziemlich am Verzweifeln mit ihr, aber nach einiger Zeit hat auch sie verstanden, dass man, um eine neue Sprache zu lernen, Vokabeln lernen muss, wobei ich ihr natürlich nicht viel helfen kann.
Außerdem haben meine kleine Gastschwester Melli und ich ihren ersten englischen Vortrag vorbereitet, was viel Zeit beansprucht hat, da ihr die Aussprache der Wörter sehr schwer gefallen ist. (Sie hatte letztendlich dann volle Punktzahl!) Aber auch mit Cinthya war ich in letzter Zeit immer fleißig am lernen, da sie einen Englischkurs in ihrer Universität belegen muss und bemerkt hat, dass sie diesen nicht bestehen kann, wenn sie nichts versteht. So haben wir Grammatik besprochen, wichtige Verben zusammengeschrieben, deren Aussprache geübt usw..

Meinen Spanischkurs habe ich Mitte Juli abgeschlossen. (Das heißt aber noch lange nicht, dass ich perfekt Spanisch kann!) Also hatte ich nachmittags frei und habe so in letzter Zeit sehr viel Zeit damit verbracht, um zu lesen, mich wegen Studiengängen zu erkundigen (, da auch ich nächstes Jahr fällig bin), Zeit mit meiner Familie zu verbringen, im Haushalt mitzuhelfen (mit altem Hemd und Besen, weil sie es nicht auf die Reihe gebracht haben den kaputten Wischmop zu ersetzen), oder einfach nur ein leckeres Gericht zu kochen. Ja, diejenigen, die mich gut kennen, wissen, dass ich es früher überhaupt nicht mochte, stundenlang in der Küche zu stehen, aber hier komme ich einfach nicht drum herum. Ich kann mich ja nicht nur von Nudeln, Pfannkuchen, Reis und Kartoffeln ernähren, und außerdem freut sich auch meine Familie immer sehr, einmal etwas anderes zu probieren. Denn auch ihnen hängt langsam der Reis 'zum Hals raus'. (Es gab bisher EINEN Tag, an den es diesen nicht zu Mittag gab! - Wurde gleich fett in meinem Tagebuch unterstrichen.)

Wie ihr also merkt hat das peruanische „DenganzenTagnichtstun“ ganz schön abgefärbt. Doch nicht nur an die Mentalität habe ich mich angepasst, sondern auch an das Klima: Ich friere bei 23°C! Und nachts sinkt die Temperatur etwas unter 20 Grad, sodass ich in der Früh um 6:30 Uhr nicht ohne meinre Daunenjacke aus Deutschland aus dem Haus gehe.
Wenn mir das „Daheimrumgesitze“ doch einmal zu viel wird, gehe ich entweder joggen (, obwohl auch das auf Dauer langweilig wird in einer Stadt, weswegen ich inzwischen manchmal auf Yoga mit YouTube zurückgreife) oder Cinthya und ich machen uns auf, um ein bisschen durch die Innenstadt oder durch den größten Markt im Zentrum zu schlendern, Pizza essen zu gehen oder uns mit Freunden zu treffen. Aber unsere liebste Beschäftigung ist es geworden, uns in die Mitte des großen Einkaufszentrums „Real Plaza“ zu setzen, die Menschen zu beobachten und dabei ein Eis zu schlürfen. Dort gibt es übrigens auch einen riesigen Fernseher, wo Public Viewing angeboten wird, wenn zum Beispiel wichtige Fußballspiele anstehen, wie im Juni, als der „Copa America“ stattfand, was ähnlich unserer Europameisterschaft ist. Die meisten Peruaner lieben Fußball, obwohl ihre Nationalmannschaft nicht sonderlich erfolgreich ist. Deswegen waren alle sehr euphorisch, als Peru letztendlich auf dem dritten Platz gelandet ist! So auch ich.

Mit den Marinera-Tanzen habe ich nicht wieder angefangen, da ich mir erst eine andere Tanzschule suchen muss, weil meine alte natürlich normal mit dem Kurs fortgefahren hat, als ich wegen meines Volleyball-Unfalls verhindert. Vielleicht finde ich ja etwas anderes schönes, aber erst einmal möchte ich wieder mit meinem geliebten Volleyball beginnen. Dafür brauche ich jedoch meine Sportbandage, die ich in Deutschland gelassen hatte, die sich aber in einem Päckchen meiner lieben Mama (mit hoffentlich noch ein paar Überraschungen) auf den weiten Weg aus der Heimat nach Peru gemacht hat.
Außerdem ist es endlich einmal an der Zeit, ein paar Surfstunden zu nehmen und Quena, auch Andenflöte genannt, zu lernen, finde ich! Ich bin wahrscheinlich nur noch 4 Monate hier in Chiclayo, dann werde ich nämlich reisen gehen. Das ist gar nicht mehr so lange hin!

Zum Schluss muss ich noch etwas richtig stellen: Der letzte Blogeintrag „Der ganz normale Wahnsinn“ ist nicht negativ gemeint! Ich habe in diesem Eintrag ziemlich übertrieben; niemals würden all diese Sachen an einem Tag passieren. Trotzdem erlebe ich viele dieser Dinge jeden Tag, aber genau, weil es hier manchmal so chaotisch zugeht und weil es immer etwas neues zu entdecken gibt, LIEBE ich Peru!

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Mittwoch, 5. August 2015
Der ganz normale Wahnsinn
Es ist 5:30 Uhr morgens. Mein Wecker klingelt. Ich stehe auf und leuchte mir meinen Weg nach oben in den 2. Stock, da ich keinen wecken möchte. Die erste Überwindung des Tages: das Anstellen der kalten Dusche. Aber so langsam hab ich es raus. Danach mache ich mich fertig, fülle mir meine 2 ½ – Liter – Flasche mit abgekochten Wasser (das Leitungswasser ist nicht trinkbar) und bereite mir mein Brötchen mit Käse (, wenn was zu essen im Haus ist.. andernfalls reiße ich meine Notration Kekse an, die ich extra dafür in meinem Koffer horte). Dann mache ich mich an den Abwasch, für den ich am vorigen Abend zu faul war. Langsam wird es hell draußen. Ich genieße die Ruhe, die man hier in Chiclayo wirklich nur in aller Frühe zu spüren bekommt und die nur durch einige Rufe der Obst-, (Batterien-,) oder Zeitungsverkäufer, die mit ihren Lautsprechern durch die Straßen ziehen, unterbrochen wird.
Kurz bevor ich um 6:40 Uhr aus dem Haus gehe, steht meine Gastmama plötzlich vor mir. „Toma desayuno!“ (= Frühstücke!), ist das erste, was ich zu hören kriege. - „Ja, ich habe mir was eingepackt.“ - „Tienes que enseñar hoy día?“ (= Musst du heute unterrichten?) .. ähh sonst wäre ich doch niemals so früh aufgestanden?! - „Ja, so wie jeden Freitag, Mamá.“

Ich mache mich also auf den kurzen Weg einmal um's Hauseck, auf dem mir dreimal hinterher gepfiffen und mindestens ein Luftkuss zugeworfen wird, bis ich an die Straße komme, wo die Combis die Leute aufsammeln. Ich muss nur kurz warten, dann kommt auch schon einer angebraust. „Banco, Modelo, Banco!“ (die Ziele diese Combis), ruft der Cobrador halb heraushängend aus dem Fenster des Kleinbusses (Er ist außerdem noch zuständig für das Öffnen und Schließen der Schiebetüren, sowie das Einsammeln des Fahrtgeldes). Ich winke ihn heran mit gestrecktem Arm, der Handfläche nach unten und bewege meine Hand auf und ab (Bei uns würde das „Geh weg“ bedeuten.). Beim Einsteigen muss ich mich beeilen, denn der Combi-Fahrer setzt schon wieder zum beschleunigen an. So falle ich eher unsanft auf die Mini-Sitzbank und trete gleichzeitig noch drei anderen Menschen auf die Füße. Das ist der erste Moment heute, an dem ich grinsen muss. Der zweite, als ich merke, dass mich alle total verwirrt ansehen und sich fragen: Warum grinst die Gringa (nett gemeinter Ausdruck für blonde Ausländer) denn so?! Und der dritte, wenn ich die in Lateinamerika typische Musik Reggaeton höre, die laut aufgedreht, um nicht einmal 7 Uhr morgens, durch den Bus schallt.

Auf der 10-minütigen-Fahrt wird der Bus bis in's letzte Eckchen gefüllt (Die Leute, die nicht gut auf Körperkontakt zu sprechen sind, müssen sich wohl ein anderes Fortbewegungsmittel suchen.). Auf halben Weg springt der Cobrador aus dem fahrenden Combi, sprintet auf eine Art Briefkasten zu und stempelt dort eine Karte ab. Ich habe erst letztens herausgefunden, wofür sie sich so beeilen (Eigentlich ist das ganz untypisch für die Peruaner): Die Combis müssen einen bestimmten Fahrplan einhalten, sodass nicht direkt hintereinander zwei Busse in die gleiche Richtung fahren. Oft kommt es aber vor, dass sie Zeit aufholen müssen, was durch Slalom-Fahren um die anderen Autos herum, lautes Hupen und dem mal-eben-drei-Spuren-aus-einer-machen dann auch meistens hinbekommen wird.

Und dann sind wir auch schon an der Stelle angekommen, an der ich aussteigen muss. „Bajo!“ (= Ich steige aus!), rufe ich kurz vorher. „Baja, baja!“ (= Es steigt jemand aus!), gibt der Cobrador an den Fahrer weiter. Sobald der Kleinbus zum Stehen gekommen ist, bahne mir wieder meinen Weg durch die gedrängt sitzenden Menschen nach draußen und haue mir den Kopf an der viel zu niedrigen Tür an. Man sollte meinen, dass ich langsam daran denke mich zu ducken, aber nein, das dauert wohl noch ein Weilchen.

Auf dem nun folgenden 2 – minütigen Fußweg versuche ich nicht überfahren zu werden, wenn ich die Straße überquere (Hier heißt nämlich Zebrastreifen nicht Zebrastreifen, sollte man wissen), und kriege mindestens eine Staubdusche ab. Wie jeden Morgen grüße ich freundlich den Straßenfeger, der dort wie jeden Tag wieder steht und den vielen Müll am Straßenrand aufsammelt (Wie deprimierend das sein muss!).
Dann klopfe ich an dem großen Tor meiner Schule und warte, bis mir der Pförtner aufmacht. Statt einem „Buenos dias.“ (= Guten Morgen), sage ich: „Luz y verdad.“ (= Licht und Wahrheit). So begrüßt man sich dort. Dies gehört zu der Vision und Mission, die in jedem Klassenzimmer abgedruckt auf einem großem Plakat beschrieben stehen.
Als ich in Schulhof trete, fällt mein Blick zuerst auf die sauber in Reihen aufgestellten Schülerinnen. Freitag und Montag wird Gottesdienst gefeiert vor dem Unterricht. Dafür werden meistens ½ – 1 h gebraucht. Ich warte geduldig, bis sie geendet haben und die erste Schülergruppe zu mir in mein Klassenzimmer kommt.
Um 9:45 Uhr ist Pause. Also begebe ich mich (so wie der gefühlte Rest der Schule) auf den Weg zu den Toiletten, von denen mir schon ein eher unangenehmer Geruch entgegenkommt. Ah, mal wieder kein Wasser. Gut, auf's Klo muss ich trotzdem (So wie alle anderen auch). Also packe ich mein eigenes Klopapier aus (, da es dort und in allen öffentlichen Plätzen keines gibt) und erinnere mich daran, das Papier in den Mülleimer zu werfen, da die Abflussrohre nicht dafür ausgelegt sind und ich eine vollkommene Verstopfung gerne vermeiden würde.
Auf dem Weg zurück zu dem Klassenzimmer, in dem ich unterrichte, werde ich von den Schülerinnen, die mir begegnen, mit einem stolzen: „Hello!“ begrüßt. Ganz nach dem Motto: Juhu, ich weiß etwas auf Englisch!
Um 12 Uhr ist Schulschluss, was durch ein Gebet, das durch die Lautsprecher dröhnt, zur Kenntnis gebracht wird. Wir stehen auf und beten mit. Danach packen alle hastig ihre Sachen und strömen aus dem Tor auf die Straße, was jeden Tag wieder einen Stau nach sich zieht, da die Fahrzeuge zwischen all den Schulbussen und Menschen, die dort herumstehen, nicht mehr durchkommen.

Die Heimfahrt gleicht eher einer Irrfahrt. So geht es (wie jeden Tag) auf einer mir unbekannten Strecke über oft nicht geteerte Straßen in Richtung zuhause, da einer sehr großen Baustelle ausgewichen werden muss, bis ein Weg gefunden wird, der nicht komplett aufgerissen ist. Zwischendrin werden wir immer wieder durch Bodenwellen erfreut, die eigentlich gedacht sind, um die Geschwindigkeit zu begrenzen, aber nicht ganz ihren Zweck erfüllen. Zwischen ihnen wird beschleunigt, kurz vor der nächsten stark abgebremst, und sobald die Vorderreifen darüber sind, auch schon wieder Gas gegeben (, was die letzte Sitzreihe stark zu spüren bekommt). Ich liebe diese Combi-Fahrten. Wirklich.

Endlich zuhause angekommen, möchte ich die Haustür aufschließen. Ich drehe und drehe und drehe, bis mir irgendwann auffällt, dass die Türschlösser hier ja andersherum funktionieren.
Drinnen führt mich mein erster Weg in die Küche, um mir etwas zu Essen zu machen. Jane und meine anderen Gastgeschwister sitzen derweil im Wohnzimmer herum. Der eine spielt Computer, die andere unterhält sich lautstark auf Thailändisch mit ihrer Familie über Skype und Melli sieht fern. Gemeinsam haben sie beschlossen heute nicht in die Schule zu gehen (so wie die die letzten zwei Tage auch).

Nachmittags lese ich ein bisschen, überlege mir, was ich nächste Woche mit meinen Schülerinnen machen möchte, und wasche meine Wäsche. Irgendwann beschließen Cinthya und ich zu Real Plaza zu fahren, eine rArt Shoppingzentrum, da wir das „Daheimrumgehocke“ leid sind.
Das Collectivo, in das wir einsteigen, hat einen Sprung in der Windschutzscheibe, ihm fehlt ein Seitenspiegel und es sieht überhaupt so aus, als würde es gleich auseinander brechen.
Während der Fahrt wandert mein Blick ständig zu der Tankanzeige: Der Zeiger steht fast auf null. (Hier fährt man wohl gerne 10 Mal am Tag zur Tankstelle, um für 10 Soles (= 3 Euro) zu tanken.) Hoffentlich schaffen wir es noch bis dahin, wo wir aussteigen müssen. Ich habe eher wenig Lust das Auto zur nächsten Tankstelle zu schieben, wie ich es schon oft gesehen habe. Aber auch dieses mal haben wir Glück.

In Real Plaza treffen wir uns mit ein paar Leuten meiner Organisation AFS. Wir ratschen, trinken einen Cocktail und dann geht’s auch schon wieder nach Hause; zu siebt in einem Taxi, das eigentlich nur Platz für vier Leute vorsieht. Ein bisschen stapeln und stopfen, dann geht das schon, denn angeschnallt sein müssen nur diejenigen, die vorne sitzen.
An der roten Ampel bleiben wir eher auf der Kreuzung stehen, als davor. Als sie auf grün schaltet, fahren wir los. Das Problem ist nur, dass die Autos, die aus der Querstraße kommen, die Kreuzung noch nicht verlassen haben. Das Ergebnis sind kreuz-und-quer stehende Verkehrsmittel, von denen sich so gut wie keiner mehr vor oder zurück bewegen kann. Doch da sehe ich eine Polizistin, die stark gestikulierend in ihren engen Reiterhosen mitten im Chaos steht und sich mit einer Trillerpfeife bemerkbar zu machen versucht. Nach einem Hupkonzert und drei „Beinahe-Unfällen“ sind wir auf der anderen Seite der Kreuzung angekommen. Wir überholen Motorräder, auf denen jeweils drei Personen sitzen, von denen nur einer einen Helm trägt, und die zwischen sich manchmal noch ein kleines Kind geklemmt haben, riesige LKWs, von denen man, wenn sie hupen, lieber weit weg ist, und alte VW Käfer, die hier massenweise durch die Gegend düsen.

Nach 20 Bodenwellen schließlich doch unversehrt zuhause angekommen, falle ich nach einem Abendessen müde in mein Bett. Doch gerade, als ich am einschlafen bin, beginnt es: Laute Partymusik aus dem Nachbarhaus (, die bis 6 Uhr früh anhalten wird), rhythmisch begleitet durch den den ohrenbetäubenden Lärm eines Bohrers aus dem Haus auf der anderen Seite. Wie schön!

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Dienstag, 4. August 2015
Spuren im Sand
Letztens ging ich am Strand entlang. Ich war verwundert wie viele verschiedene Spuren im Sand zu sehen waren:











Da viel mir nur ein Spruch dazu ein:

Wer Spuren im Sand hinterlassen will, muss aufstehen und gehen. - Peter Sereinigg

Ich finde, das sollte man sich viel öfter vor Augen führen.

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Mittwoch, 8. Juli 2015
Interkulturelles Lernen
Auf den Vorbereitungsseminaren wurde uns immer wieder eingebläut: „Ihr macht diesen Freiwilligendienst nicht, um in dem jeweiligen Land viel zu helfen, geschweige denn, um irgendwas zu verändern. Ihr macht dieses freiwillige Jahr, um gegenseitig voneinander zu lernen; die Menschen dort von dir und du ihnen.“ Am Anfang dachte ich noch: Ach was, ich bin schließlich in einem sozialen Projekt; da muss ich ja irgendetwas helfen können. Aber diese Einstellung ändert sich immer mehr.

In meinen allerersten Stunden in meinem Projekt habe ich Spiele gespielt und Musik gemacht. Wir haben gemeinsam gesungen und uns ganz nebenbei kennengelernt. Nach ein paar Wochen fing ich an mit ein paar Gruppen Theater zu spielen, was das Selbstvertrauen fördert, aber gleichzeitig auch den Umgang mit Englisch in den verschiedensten Situationen auf die Probe stellt und klar macht, woran jeder einzelne noch arbeiten muss. Außerdem sprachen wir darüber, warum Englisch denn so wichtig ist. Dann kam die Zeit, in der ich versucht habe einigen meiner Schülerinnen einen Anstoß zu geben, das zu hinterfragen, was jeder für selbstverständlich hält. „Welches Ding, welche Person oder welcher Ort ist für dich am schönsten/ schlimmsten/ wichtigsten?“ sind solche Fragen. die ich ihnen stellte. Ich bekam zum Beispiel solche Antworten: „Für mich ist die Zeit das schlimmste auf der Welt. Sie vergeht so schnell, wenn etwas schön ist und so langsam, wenn etwas schlimmes passiert.“ und „Meine Familie ist für mich das allerwichtigste.“
Als Gegenzug wurde ich dann auch von einem Mädchen gefragt: „Glaubst du, dass die Menschen Gott erschaffen haben oder Gott die Menschen?“ Interessant! Überhaupt sprachen wir viel über Religionen und wie diese die Menschen bzw. Länder beeinflussen.
So unterhalte ich mich mit einigen über solche komplexe Themen, weil es ihr Englischlevel zulässt. Mit anderen kann man jedoch nur Spiele spielen und sie dazu bringen mehr Selbstvertrauen im Sprechen einer anderen Sprache zu bekommen. „Wenn ihr nicht sprecht, werdet ihr nie besser werden“, sage ich ihnen immer wieder. „Ihr werdet sehen es wird schnell besser werden.“
Inzwischen beginnen wir unsere Englischstunden immer mit dem Zusammentragen verschiedenster Neuigkeiten und Nachrichten der Welt. So ist jeder gezwungen ein paar englische Sätze zu sagen und wir lernen gleichzeitig eine Menge. Und es kann sich jeder Gedanken über ein Thema machen, das ihn wirklich interessiert.

Natürlich versuche ich so, die Englischkenntnisse meiner Schülerinnen zu verbessern.
Doch immer wieder sprechen mich Kinder aus der Schule an (auch Lehrer, Bekannte, Leute auf der Straße, Taxifahrer, peruanische Freunde und Familienmitglieder) und fragen, wo ich denn herkomme und wie Deutschland denn so sei. Jeder möchte etwas anderes wissen. „Was ist der schönste Platz/Ort in Deutschland?“, „Kommt man mit Spanisch weit in deinem Land?“ oder sogar „Was sprecht ihr denn in Deutschland für eine Sprache?“ Aber auch wo denn meine Familie gelebt habe, als Deutschland geteilt war, ob es in meinem Land viele Rassisten gäbe und was denn meine Meinung über Adolf Hitler sei.

Aber auch bei meiner Gastfamilie merke ich, wie interessiert sie sind, etwas Neues zu erfahren und zu lernen.
Mein Gastvater zum Beispiel sieht sich regelmäßig Dokumentationen im Fernsehen an, darunter auch einige über Deutschland. Danach kam er immer zu mir und fragte mich aus über den Schwarzwald oder die Teilung Deutschlands. Meine Gastmama dagegen liebt es mit mir über das Essen zu sprechen. „Was esst ihr denn so zum Frühstück?“ „Gibt es bei euch die und die Frucht?“ „Was? Ihr esst Nudeln oder Pizza zum Mittagessen?! Das ist ja komisch.“ Sie ist inzwischen ein echter Pfannkuchenfan geworden (, weswegen ich letztens 3 Stunden in der Küche stand, um für ihre Arbeitskollegen und unsere Familie gefühlte 50 „Crepes“ mit Füllung zu machen...)
Meine kleine 11-jährige Schwester Melli dagegen fragte, ob wir denn warmes Wasser hätten. Als ich dann sagte, dass sogar unsere Waschmaschine damit läuft und wir mit warmen Wasser abspülen, entgegnete sie ganz erstaunt: „Wieso denn das?“ Oder vor ein paar Tagen wollte sie wissen, ob es denn in Deutschland auch Plastiktüten gäbe. Für meinen peruanischen „Cousin“ habe ich letztens einen Fotoabend eingelegt. Wir haben uns auch Deutschland und Europa auf der Karte angeschaut usw.. Mit meiner thailändischen Gastschwester Jane unterhalte ich mich viel über die kulturellen Unterschiede unserer beiden Länder, was auch sehr interessant ist. Wobei wir gemerkt haben, dass wir eindeutig der selben Meinung sind, was die Behandlung von Haustieren und den Verzehr von Gemüse betrifft...
Obwohl das wirklich inzwischen besser wird! Meine Familie kauft wegen mir als Vegetarier mehr Gemüse ein. Meine Gastschwester Cinthya isst plötzlich Tomaten, was sie früher gemeint hat nicht zu mögen, („Aber nur auf einer Semmel mit Butter, Käse, Zwiebel und Salz!“, würde sie jetzt sagen... ) und wir gehen manchmal sogar mit dem Hund spazieren!
Es kann sich jeder seine eigene Meinung darüber bilden, ob diese Veränderungen gut oder schlecht sind, aber man merkt einen eindeutigen Einfluss anderer Kulturen auf die Familie.

Ich kann den Menschen um mich herum eine andere Welt aufzeigen, indem ich ihnen Fotos von Deutschland zeige und ein bisschen über das Leben, die Gewohnheiten und Bräuchte dort erzähle. Sie lernen eine andere Kultur kennen und erfahren mehr über meine Einstellung zu den unterschiedlichsten Themen, worüber sie vorher vielleicht ganz anders dachten. Im Gegenzug frage ich viel über Peru und so lernen wir gegenseitig eine Menge voneinander.

Genau das ist es, worauf ich letztendlich heraus will: Unsere Teamer aus den Vorbereitungsseminaren hatten Recht. Das Interesse, das mir hier entgegengebracht wird, zeigt eindeutig, dass die Leute von mir lernen wollen. Sie wollen mit Neuem konfrontiert werden.
Ich bin also hier, um das interkulturelle Lernen zu fördern. Außer etwas über die jeweilige Kultur zu erfahren und deren Sprache zu erlernen, bedeutet das viel mehr für mich. Zum Beispiel ein Verständnis für andere Meinungen, Bräuche und Traditionen zu entwickeln und zu lernen diese zu akzeptieren, Anpassung, aber auch Weitergeben von Erfahrungen und neuem Erlernten.
Und dies mache ich genau in diesem Moment mit euch.



Das Anderssein der anderen
als Bereicherung des eigenen Seins begreifen;
sich verstehen,
sich verständigen,
miteinander vertraut werden,
darin liegt die Zukunft der Menschheit.
- Rolf Niemann

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Samstag, 6. Juni 2015
Fremd ist in der Fremde nur der Fremde
Diese Überschrift trifft meine Gefühle von letzten Freitag ziemlich genau. Aber ich möchte es euch etwas weiter erläutern. Stellt euch diese Situation vor:
Alle Schülerinnen in ihren roten und blauen Uniformen werden mit einer kleinen Peru-Flagge in der Hand ordentlich in Reihen aufgestellt. Die Lehrer/-innen, komplett in schwarz, stehen an den Seiten und passen auf, dass alle ruhig sind. An der Seite formiert sich ein komplett in schwarzer Uniform gekleidetes Schulorchester und vor alle diesen Menschen nehmen auf einer großen Bühne die wichtigsten Personen aus Chiclayo und Umgebung Platz.
Im Gleichschritt marschiert eine Gruppe Schülerinnen mit einer großen Peru-Flagge auf den großen Platz, begleitet durch aufregende Musik und Paukenschlag. Dann wird die peruanische Hymne gesungen. Es folgt eine mitreißende Rede der anderen, die zwischendurch unterbrochen wird durch Ausrufe wie „VIDA PERU!“ (= Es lebe Peru) aller Schülerinnen gleichzeitig, wobei sie dabei mit dem gleichen Fuß aufstampfen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Zum Ende hin treten zwei Schülerinnen vor die Flagge und verherrlichen sie, sagen ihr wie toll sie sei.
Es tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber genau so habe ich mir immer den 2. Weltkrieg vorgestellt.
Am 7.06. wird in Peru der „Tag der Flagge“ gefeiert. Da dies aber dieses Jahr ein Sonntag ist, wurde dieses Fest in vielen Schulen schon am Freitag zelebriert. Im Prinzip wurde ja nur die Flagge 'befeiert', aber ich kam mir trotzdem vor wie im falschen Film.
Genau deswegen bin ich froh nicht einfach nur durchs Land zu reisen; ich hätte so eine wichtige Veranstaltung niemals so nahe miterleben können. Ich durfte an diesem Tag viel lernen über das Nationalbewusstsein der Peruaner, das ich von Deutschland gar nicht kenne. Danke!

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Mittwoch, 20. Mai 2015
Was in letzter Zeit noch so alles passiert ist:
Mit meinem Spanisch läuft es immer besser. Aber woran es noch hapert ist die Aussprache des r. Da ich aus Bayern komme, kann ich das r zwar rollen, aber dafür nicht normal aussprechen. Das Problem ist dabei im Spanischen, dass es manche Wörter gibt, die eine völlig andere Bedeutung haben, wenn man sie mit rr oder r schreibt bzw., in meinem Fall, ausspricht, wie zum Beispiel: caro (=teuer) und carro (=Auto), oder ahora (=jetzt) und ahorra (=spare Geld). Also lege ich eben ab und zu ein paar Übungsstunden ein (Denn wenn der Stift die Zunge herunterdrückt, spricht man das r automatisch weiter vorne, hab ich mir sagen lassen):



Ich falle immer noch sehr auf mit meinen blonden Haaren und meiner „weißen Haut“. Einige Beispiele: Von einem Taxifahrer wurde mir ein Lied vorgetragen, als ich an ihm vorbeigelaufen bin. „Te quiero“ (=ich will dich), hat er gesungen, und einige Tage vorher hat mir ein Lehrer meiner Schule angeboten mich mit seinem Motorrad nach Hause zu fahren. Das kann ja auch einfach nur nett gemeint sein, aber da bin ich mir halt nie sicher. Das Angebot hätte ich aber allein wegen dem Verkehr hier schon abgelehnt...
Die Freundin aus Deutschland, die mich besucht hatte, antwortete auf ihr Hinterherpfeifen immer mit der Melodie von der Bauhauswerbung. Da hatten zumindest wir dann was zum Lachen :D.

Auch habe ich es inzwischen schon ein paar mal geschafft in ein falsches Combi einzusteigen, was ich dann meist auch sofort gemerkt hatte, mir es aber zu peinlich war, etwas zu sagen :D Also bin ich eben ein Stückchen gefahren und wieder zurückgelaufen. Seit dem frage ich immer gleich am Anfang, wo das Combi hinfährt...
Außerdem fand ich letztens in meinem Zimmer eine riesige Wasserlache vor, als ich heimkam, da im Raum nebenan bei Renovierungsarbeiten eine Wasserleitung beschädigt wurde. Ich mag ja Schwimmbäder, aber das hätte echt nicht sein müssen...

Unser Rucksack wurde uns fast geklaut, als wir auf einer Parkband saßen, um ein Stück Kuchen zu essen. Dann wollte uns plötzlich ein Mann vornherum ein Handy in die Hand drücken, was unsere komplette Aufmerksamkeit beanspruchte, da wir nicht kapierten, was wir mit diesem Handy machen sollen oder was er überhaupt von uns wollte. Hintenrum schlich sich gleichzeitig ein anderer Mann an, um den Rucksack, der zwischen uns stand, mitzunehmen. Ich habe Gott sei Dank eine Bewegung aus dem Augenwinkel mitbekommen, sonst wären Geldbeutel und Kamera nun weg...

Ach, im Krankenhaus war ich auch schon! Zuerst nur als 'Große-Schwestern-Begleitung' für die kleine Melli wegen Magen-Darm, da sie auf der Straße etwas Falsches gegessen hatte, und dann auch für meine thailändische Gastschwester Jane wegen Mandelentzündung. Im Krankenhaus haben beide eine Spitze in den Hintern bekommen und noch eine zum Selberspritzen mitgekriegt, was ich ziemlich amüsant fand :D Meine Familie hat dann auch noch tonnenweise Tabletten vergeben, bei dem ich mir ja ehrlich gesagt nicht so sicher war, ob das so sonderlich gesundheitsfördernd ist...
Naja, auf jeden Fall stand dann eines Abends auch noch die Präsidentin von AFS Chiclayo vor der Tür, die Jane eröffnet hat, sie müsse Familie wechseln, da sie und mein Gastbruder Chirstian sich 'zu nahe gekommen sind'. Ich habe dann den Übersetzer gespielt (worauf ich sehr stolz war, da ich eeendlich mal alles verstanden hatte) und versucht das Chaos ein bisschen zu regeln. Letztendlich haben wir uns darauf geeinigt, dass sie bleiben könne, aber dass nun jeder bitte in seinem eigenem Zimmer schlafen solle, da sie beide erst 15 Jahre alt sind.
Dies alles war übrigens ein sehr gutes Beispiel für das typische Verhalten eines Peruaners, von dem uns auf den Vorbereitungsseminaren viel erzählt wurde: Unsere Gastmama hat sehr gelacht und es ganz locker aufgenommen, als sie das mit den beiden herausgefunden hatte, aber dann stand ein paar Tage später die Präsidentin vor der Tür, weil sich jemand bei ihr beschwert hätte. Da geht alles hintenrum und über Ecken...

Naja, und am Montag war dann auch ich mal dran ins Krankenhaus zu müssen. Ich habe mir beim Volleyball einige Bänder am rechten Fuß sehr stark überdehnt, weswegen ich die nächste Woche erst mal ans Bett gefesselt bin, da ich totale Schwierigkeiten habe aufzutreten. Und Krücken sind sehr schwer aufzutreiben :(.
Gerade letzte Woche begann ich mit dem Volleyballtraining in meiner Schule. Die Woche davor hatte ich meine ersten Tanzstunden in Marinera. Das ist zwar nicht Salsa, aber ein anderer typischer Tanz aus Peru. Es hat so viel Spaß gemacht! Dieser Tanz zeigt eigentlich die Umwerbung eines Mannes einer Frau gegenüber, ist sehr schnell (stepptanzähnlich) und wird von den Frauen barfuß getanzt. Sieht schwer aus, und ist es auch :D
So hätte ich dann eigentlich 6 Mal in der Woche Sport gemacht. Tja, und jetzt muss ich eine Zwangspause von mindestens zwei Monaten einlegen. Wäre ja auch zu schön gewesen...

Dann muss ich eben doch wieder essen. Das ist fast genauso gut :D Meine Gastmama nennt mich des öfteren 'gorda' (=Dicke). Ich hätte es ja nie gedacht, dass das so schnell geht, aber ich habe echt schon zugenommen. Das könnte vielleicht daran liegen, dass ich die 3 kg Gummibärchenpackung, die ich als Gastgeschenk für die Schüler meines Projekts mitgenommen hatte, selbst aufgegessen habe... Aber mir fehlt einfach ein bisschen das Süße! Hier gibt es keine Marmelade, Nutella oder Honig zum Frühstück, sondern Hühnchen. Da sind die Peruaner knallhart. Dazu fällt mir nur eins ein: Kann man machen, muss man aber nicht. Also esse ich eben Gummibärchen.

Ich wünsche euch allen ein gesegnetes Pfingstfest am Sonntag!

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Freitag, 15. Mai 2015
Ich möchte euch ein bisschen mehr über mein Projekt erzählen:
Ich unterrichte vier mal die Woche Englisch in den 4. und 5. Klassen der Sekundärstufe in einer öffentlichen katholischen Mädchenschule. Die Schülerinnen tragen alle eine Uniform, und müssen um 6:45 in der Schule sein für das tägliche Morgengebet. Eine Schulstunde dauert hier 40 Minuten. Nach 120 Minuten gibt es 15 Minuten Pause, um danach nochmals 3 Schulstunden zu arbeiten. Sobald das Abschlussgebet um 12 Uhr durch die Lautsprecher gedrungen ist, machen sich Schüler sowie Lehrer schnellstmöglich auf den Weg nach draußen, um Platz zu machen für die Klassen der 1. bis 3. Jahrgangsstufe der Sekundärstufe, die ihren Unterricht um 12:30 beginnen.
Meine Schule ist für dieses Jahr umgezogen, da das eigentliche Schulgebäude gerade renoviert wird. Unterrichtet wird also in Containern.




Ein richtiger Sportplatz ist deswegen auch nicht vorhanden.



Nun etwas zu dem Schulsystem:
Jeder besucht 6 Jahre eine Grundschule und wechselt danach in eine Highschool, die 5 Jahre dauert. Danach beginnen die meisten in einer der zahlreichen Universitäten hier in Chiclayo zu studieren, das nochmals 5 Jahre benötigt. So sind dann die meisten ca. 22 Jahre alt, wenn sie völlig ausgebildet anfangen zu arbeiten.
Es gibt eine nationale Universität, die nichts kostet, in der es aber sehr schwer ist aufgenommen zu werden, da nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen vorhanden ist. Deshalb muss man einen sehr schweren Aufnahmetest bestehen, auf den sich viele in extra Instituten das Jahr vorher schon vorbereiten.

Einige besuchen zusätzlich noch ein Englischinstitut, da in öffentlichen Schulen eigentlich nur 'Basics' unterrichtet werden, wie zum Beispiel Farben, Körperteile, Zahlen oder present/past tense.
Aber das ist nur ein Problem von vielen.
Es geht weiter damit, dass die Klassen eine Größe von 30 bis 40 Schülerinnen haben und nur 2 mal 40 Minuten Englischunterricht pro Woche angesetzt sind (Achtung: Ich spreche nur von den öffentlichen Schulen. Bei den Privaten sieht das alles anders aus!) Zum Vergleich: für Mathematik und Kommunikation ('Spanisch'- Unterricht) hat man jeweils 6 Stunden. Die Englischlehrer selber verlernen das Englischsprechen, da sie im Unterricht kein Englisch anwenden können, weil sie sonst von vielen nicht verstanden werden. Die meisten Schüler haben Angst vor der englischen Sprache, da man sie anders ausspricht, als man sie schreibt... Ja, da kommt auf jeden Fall einiges zusammen, was zur Folge hat, dass die Schüler der 1. Jahrgangsstufe der Highschool das selbe Englischlevel haben wie die der 5. Jahrgangsstufe.

Ich habe mich schon öfter über diese Problematik mit einer der Englischlehrerinnen an meiner Schule unterhalten. Sie sagt, sie versuche das beste aus ihrem Unterricht zu machen, aber letztendlich müsse sie sich an den vom Ministerium vorgesetzten Lehrplan halten. Sie hat mir aber angeboten, mir doch einmal eine ihrer Stunde anzusehen, um ihr danach vielleicht neue Ideen zur Gestaltung ihres Unterrichts vorzuschlagen zu können. Das hat mich total gefreut, da sich nicht jeder die Meinung eines 19-jähriges Mädchen anhören würde! Überhaupt wird mir sehr viel Verantwortung übertragen, da ich allein Gruppen von 1-6 Schülerinnen unterrichte. Ich selbst bin zuständig dafür, was ich mit den Mädels das Jahr über mache und wie ich ihr Englisch verbessere. Außerdem vergebe ich alle 2 Monate die mündlichen Noten. Das ist gar nicht so einfach, denn ich kann ihnen eigentlich keine Punkte unter 14 geben (es gibt Punkte von 0 – 20), da vielleicht manche ihrer Klassenkameraden bessere Bewertungen bekommen, obwohl sie eigentlich viel schlechter Englisch sprechen. Doch ich kann ihnen auch nicht allen super gute Punkte geben, da sich doch deutliche Unterschiede aufgezeigt haben, was ihr Englischlevel angeht. Außerdem muss man sich erst mal alle Namen gemerkt haben, um überhaupt irgendeine Note vergeben zu können! Ich muss sagen, langsam kann ich mich nur allzu gut in die Lage eines jeden Lehrers hineinversetzen und entschuldige mich hiermit für jedes Anpampen...




Ein Tag vieler meiner Schülerinnen sieht so aus: Sie gehen bis 12 Uhr zur Schule, zu Hause essen sie etwas und machen sich sofort wieder auf zu ihrem Englischinstitut (freiwillig!). Danach werden Hausaufgaben gemacht und dann geht’s auch schon ab ins Bett. Einmal in zwei Monaten stehen zusätzlich noch Examen an, die in jedem Fach geschrieben werden. Auf diese bereitet man sich dann noch bis spät in die Nacht vor, sodass die Mädels am nächsten Morgen im Unterricht fast vom Stuhl fallen vor Müdigkeit. Und da beschweren wir uns über das G8 in Bayern...

P.S.: Viele der Informationen dieses Berichtes stammen von meinen Schülerinnen, die ich gerne über die verschiedensten Themen wie Politik, Schulsystem, Feiertage und Feste, das Gesundheitssystem oder über Geschichte ausfrage. Das ist sehr praktisch, da ich so sehr viel über Peru lernen kann und sie gleichzeitig sprechen üben.
Aber es entstehen auch manchmal ein paar Verständigungsprobleme, weswegen ich nicht für totale Richtigkeit garantiere :D.

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