Montag, 20. März 2017
Ein Jahr ist vergangen...
So, ein Jahr ist vorbei, mir geht es gut. Im Oktober habe ich mein Studium Geoökologie in Tübingen angefangen, was mir sehr gut gefällt, aber ziemlich zeitaufwändig ist, weshalb mein Plan, den Blog weiterzuführen, leider nicht aufgegangen ist. Vielleicht kommt das ja noch mit der Zeit.

Ein Jahr nach meiner Rückkunft aus Peru muss ich noch immer ziemlich viel an die tollen Erfahrungen, die ich machen durfte, und vor allem an meine Freunde dort denken. Der Kontakt hat sich zwar auf eine Handvoll beschränkt, aber das sind die, die bleiben. Vor allem jetzt, da ich den peruanischen Abend plane, kommen viele Erinnerungen wieder hoch. Ich träume von Peru und schwanke zwischen Heimweh und Glücklichsein über all die tollen Momente dort.

Ich weiß nicht, ob ich mich in Peru besonders verändert habe, aber man bemerkt zum Beispiel, dass ich Vegetarierin geworden bin oder meistens ungeschminkt und in Alpakawolle-Pulli durch die Gegend laufe. Außerdem habe ich bemerkt, wie offen ich anderen Menschen gegenübertrete, wobei ich nicht weiß, ob das schon immer so war und ich es einfach nicht bemerkt habe. Selbstständiger bin ich natürlich auch geworden, was aber glaube ich normal ist, wenn man dann mal auszieht.

Ich erzähle immer noch viel von Peru, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob ich meine Mitmenschen nicht damit nerve. Aber das war eben ein sehr prägendes Erlebnis für mich und hat einen großen Teil der nun so spannend gewordenen Zeit nach dem Abitur eingenommen!

Peru hat sicherlich zu meiner Studienfachwahl beigetragen, aber zum Beispiel engagiere ich mich auch seit Studienbeginn in einer Hochschulgruppe und besuche von Zeit zu Zeit Veranstaltungen, die in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltpolitik gehen, aber auch Entwicklungspolitik. Dadurch merke ich, dass Peru dazu beigetragen hat, meine Interessen zu fokussieren und wirklich zu bemerken, was mir wichtig ist. Tübingen ist da genau die richtige Stadt, um dem nachzugehen. Hier gibt es alles! Schön finde ich auch, dass ich hier schon einige getroffen habe, die auch einen Freiwilligendienst mit „weltwärts“ gemacht haben. Es ist schön, sich mit anderen darüber auszutauschen, auch wie es ihnen jetzt damit geht und was sie aus diesem Jahr mitgenommen haben.

Das Jahr in Peru hat auch stark meine Reiselust angefacht und ich fiebere schon auf mein Auslandssemester hin, das ich in ein eineinhalb Jahren machen darf. Vielleicht sogar in Kolumbien, wer weiß? Für meine Spanischkenntnisse wäre das gar keine so schlechte Idee, da diese wirklich langsam deutlich schlechter geworden sind.

Das Projekt, das der andere Freiwillige Jan und ich in Chiclayo gegründet haben, gibt es übrigens immer noch. Es kümmert sich eine Peruanerin darum, dass die Englischklassen fortgeführt werden und dass immer wieder neue Freiwillige, wenn auch nur für kurze Zeit, dort unterrichten und den Kindern ein wenig von ihrer Welt mitgeben können. Derweil ist Jan damit beschäftigt, endlich die Vereinsgründung in Peru abzuschließen, sodass hier in Deutschland dann weitergemacht werden kann und man vielleicht auch von hier aus Freiwillige nach Chiclayo schicken kann.

So, das war‘s erst mal wieder von mir. Hoffentlich sehe ich einige von euch auf dem peruanischen Abend? Die Vorbereitungen dafür laufen!

Liebste Grüße,
Sina

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